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Lund, 14.Jan.1899
Schönsten Dank für Brief und gute
Nachricht von den Verwandten.
Unter den vielen Freunden, die ihm Gratulationen und Grußadressen schickten, waren auch viele, mit denen Strindberg den Kontakt abgebrochen hatte.Unter ihnen Adolf Paul und Carl Larsson. Strindbergs Brief an den Letzteren ist bezeichnend für seine damalige Stimmung. Selbstredend glaubt er sich immer noch berechtigterweise mit vielen im Streit zu liegen, von aller Welt ungerecht behandelt, aber da spricht nicht nur ein Querulant, da spricht auch ein Büßer, der bereit ist seine Sünden zu bekennen. [Zirka 23.Januar 1899]
Danke für Deinen Glückwunsch!
Der muß ja bedeuten, daß kein Groll
mehr zwischen uns ist? (323) Die Schuld mag bei dem einen oder dem andern, oder auf beiden Seiten gelegen haben! [---] Lund, 24.Januar
1899
unbeantwortet; (324) aber ich bin bestraft worden, sowohl von jahrelangen Skrupeln - denn es war das erste Mal, da Du einen kleinen Dienst von mir begehrtest, der so viele von Dir erhielt, als auch durch Deine freundliche Lebensbeschreibung in SVENSKA DAGBLADET. (325) Daß ihr solch eine Geduld mit meinen Fehlern habt, könnte zeigen, daß ihr glaubt, ich sei verantwortungslos oder verdiene Nachsicht. Vielleicht gibt es einen heimlichen Grund, so wie ich mir selbst niemals eine unwürdige Handlung verzeihen kann und niemals mir auf Lob was einbilde. Das Letztere kommt, finde ich, jemanden anderen zu und ich glaube nicht daran. Aber mein Leben ist das Leben eines Krüppels, dem eine halbe Aln (326) am Rücken fehlt. Die Jahre von 20 bis 30 fehlen mir; die besten Teile. Und ich verstehe nicht mein Schicksal. Mit 19 Jahren entdeckte ich bei mir die in Schweden nicht gewöhnliche Fähigkeit Theater zu schreiben. Da war ich eine halbfromme Seele, die Gott auf Knien dankte für die Gnade und pflichtbewußt die teuren Anlagen zu pflegen begann. Aber stelle Dir vor, Du malst kolossale Bilder, die nie auf Ausstellungen angenommen werden, sondern die Du zusammenrollen und auf den Speicher tragen mußt, wo sie liegen und altmodisch werden. So habe ich es in vielen Reprisen erleben müssen. Und es ist nicht wahr, daß ich meine Talente mißbraucht hätte, denn die schönsten Stücke: "Das Geheimnis der Gilde", "Frau Margit","Nach Damaskus" und "Advent" werden nicht gespielt! während die häßlichen dann und wann zu sehen sind und dann, einen feuchten Fleck hinterlassend, verschwinden. Wo ich falsch gehandelt habe, nehme ich mich jetzt zusammen und erkenne den Fehler, aber wo ich ohne Schuld bin! - da wurde ich früher böse, böse! Jetzt nicht mehr soviel, sitze nur fragend, was ist der Sinn! Diese Jereminade um mich zu entschuldigen, daß ich so undankbar gegen Dich war! Nimmst Du die Abbitte an? Antwort: Ja! Gut. So will ich Dir danken für alte, gute Freunschaft; wünsche Dir und die Deinen alles Gute und hoffe, Dich in Kürze zu sehen! [ 1.Februar 1899]
und Drucksachen. Das kürzlich fertiggestellte Drama (327) ist ein religiöses Märchenspiel, daß noch nicht vervielfältigt ist, daß aber nur schwerlich Sympathie an deutschen Szenen finden kann. Auf jeden Fall werde ich es schicken, wenn Kopien vorliegen. Habe ich nun vergessen, einige Fragen zu beantworten, so bitte ich Sie, mich zu erinnern. Lund, 1.Februar
1899
Nichtveröffentlichtes für den angegebenen Zweck gibt es nicht und ich schreibe jetzt nur fürs Theater. Allerdings bin ich dankbar, nicht vergessen worden zu sein und zeichne wie früher Lund, 1.Februar
1899
welche Arbeiten ich vergeben habe in der englischen Sprache. (329) Aber wenn keine Konvention besteht, würde ich Ihnen raten, sich die Freiheit zu nehmen. Allerdings werde ich mich erkundigen, um so bald bestimmtere Antwort geben zu können. Lund, 2.Februar
1899
Tag für euch zusammen angesetzt und bat unsere Schwester Anna im Telephon, sich darum zu kümmern, daß wir Geschwister uns bei ihr treffen könnten. Annas Antwort war schwebend, und ich fand mich ein bei ihr zum Essen, ohne Dich oder Oskar anzutreffen. Nun komme ich bald wieder nach Stockholm, und ich hoffe euch zu sehen, unter Voraussetzung, daß ihr wünscht, mich zu treffen. Lund, 6.Februar
1899
mich sehr von dem gelungenen Debüt (330) zu hören! Hier wurde mein Geburtstag gefeiert und für euch wurden viele Toaste ausgebracht: Eine Rede in den Götischen Räumen in Stockholm, eine hier in Lund, und zuletzt eine im Atelier von Carl Larsson in Stockholm. Bei dem letzteren antwortete ich mit einem Trinkspruch auf seine sechs Kinder, die an einem kleinen Kindertisch sitzend anwesend waren; wobei Larsson die kleinen Knirpse dazu brachte, einen Hurraruf auszubringen, was sie gut konnten. Und so habe ich euch die Trinksprüche vermittelt. Nach dem Geburtstag war ich oben in Stockholm, das ich nicht seit 1892 gesehen hatte. Dort wurde über Geschäfte geredet, und es geht um eine große Serie Ausgewählter Geschichten, (331) was Geld bringen müßte. Aber ihr müßt mir sagen, ob ihr die Vollmacht für die Gesamtausgabe benutzt habt, die ich euch vor zwei Jahren gab. Eine Gesamtausgabe kann nicht vor meinem Tod herauskommen, und ihr solltet dieses Kapital nicht verramschen. Bedenkt daß die Kinder von Topelius 125.000 Kronen für die Arbeiten des Vaters nach seinem Tode bekamen. Habt ihr das Papier verpfändet, so sollten wir es unverzüglich einlösen. [---] Wenn nun Ausgewählte Erzählungen herauskommen, so werde ich die Bedingung stellen, daß die Firma direkt an den Terminen an euch zahlt; und vielleicht eine Summe sofort für Schulden! Während ich daran denke, so bitte ich euch um eine Sache: Wenn ihr etwas Unvorteilhaftes hört über Albert Bonnier, so sollt ihr nicht an der Verleumdung teilnehmen, nicht untersuchen, ob es begründet ist oder nicht, denn dieser Mann hat euch einmal gerettet, als ihr klein und in großer Not stecktet. Er schenkte uns damals 8.000 Kronen. Und das war nicht seine Schuldigkeit. Habe ich nicht dankbar sein können, so müßt ihr es versuchen zu sein. Ihr sollt besser werden als ich! Lebt wohl so lange, und grüße Putte und Karin vom Freund Lund, 7.Februar
1899
übersetzt vor und ist teilweise abgedruckt in Wiener Zeitungen. Die Liste mit den englischen Autorisationen gehen mit dem nächsten Brief ab. (332) [8.Februar 1899]
ich bedenklich krank bin und daß es wohl eine Lungenentzündung sei. So hier ist es: Ich habe mit schwerer Influenza und Halsbeschwerden gelegen. Das Fieber ist vorbei, aber Halsschmerzen fortsetzen. Augenscheinlich kommt bald wieder Geld zu euch.. Lund, 17.Februar
1899
Geburtstage versäumt, und deshalb begehrte ich auch nicht, ihr solltet an meinen denken. Indessen, Danke für eure Glückwünsche. Die Zukunft sieht nicht so schlecht aus, wie ich schon im letzten Brief an Greta schrieb. (333) Und in Erwartung von größeren, sende ich in acht Tagen eine kleinere Summe, ziemlich klein. Hiermit das von Karin erwünschte Portrait. Mich erfreut Gretas Fortschritt, und bitte sie nur, die Sache recht ernst zu nehmen; nichts geht voran ohne Arbeit und Besonnenheit sowie Ausdauer. Möge Karin alsbald zur Klarheit über ihre Berufung und sich entscheiden. Ist es das Verfassen, so soll es so werden; aber dann wäre es für Karin das Klügste, und schriebe sich einen eigenen Verfassernamen unter Pseudonym, denn das Publikum ist nun mal so, daß man nicht zwei Auflagen vom selben Autor nimmt. Und dadurch würde Karin eine selbstständige Stellung haben. Unter unseren nun lebenden Schriftstellerinnen setze ich Selma Lagerlöf am höchsten. "Gösta Berlings Saga" und noch mehr "Antikrists mirakler" sind Muster. Aber wer die in Schweden seltene Gabe des Dramaschreibens besitzt, sollte diese Gabe pflegen, denn da ist die Konkurrenz am kleinsten und der Profit am größten. Lund, 21.März
1899
verdiente! Möchte Greta nicht einen sehr höflichen Brief an Jules Huret von LE FIGARO (rue Dronot 26, Paris) schreiben und aufklären, daß die Notiz nicht exakt ist. Benutze keine harten Worte, nicht mal das Wort Unwahrheit! Mache dergleichen an BERLINER TAGEBLATT (Adr: Red. d.B.T. à Berlin auf französisch), wenn Greta so lieb sein möchte! 3.April 1899 Lund
"Vid högre rätt" und sollte auch im Deutschen so genannt werden. (335) Erneut warne ich davor, "Damaskus I" ohne Teil II zu drucken. Sie gehören zusammen und stützen einander. Furusund, 2.August 1899
Carl Larsson,
Uff! jetzt habe ich meinen "Erik XIV" beendet; bitte Dich um Verzeihung, daß ich so lange wartete, Deinen freundlichen Brief zu beantworten! Und so: Schreib was Du willst auf mein Konterfei; (336) ich habe mir bereits im selben Genre Freiheiten bewilligt. Dein Plakat zum Bellmanfest (337) weckte solch Befriedigung: Die Sozietät beschloß, es zugunsten der Armen zu verlosen. Um den Wert zu erhöhen, sollte es signiert werden. Um Zeit zu gewinnen nötigte man mich, bestand, das Plakat "haben zu wollen," gewann - kannst Du es glauben! - es auf Nummer 172! Es ist wunderlich! Ihre Freude ist groß und jetzt soll das Kunstwerk in Glas und Rahm'! Die Sozietät verfertigt Dankschreiben an Dich und die armen Alten hier segnen Dich und die Deinen! Meine Tochter Greta kam! (338) Ich fürchtete das Wiedersehen: hatte aber nur Freude! Die gleichen netten, blauen Augen; Ansätze der Grübchen in der Wange, ständig freundlich und aufmerksam gegen andre; und ich vernahm wieder ihr "lilla Pappa", was ich nicht 7 Jahre gehört habe. Ja, das Leben scheint doch nicht so unversöhnlich, wie ich geglaubt hatte! Übrigens "mit ein wenig Religion kann man sogar eingelegten Lachs ertragen" wie wir letztens überein waren. Auch meine Schwester Nora (Hartzel) ist hergekommen mit ihrem Gatten, dem Ingenieur und einem Siebenjährigen! (339)Die Schwestern spielen Duette, Mendelsohn; und der wohlhabende Schwager entkorkte Champagner; Kegel wurden umgestoßen, die Tiefe des Meeres gepeilt und es herrschten Harmonien. Weißt Du: diese fünf Wochen sind mir wie ein schöner Traum aus welchen ich fürchte, zu erwachen: Der schlimmste Alp waren die Mücken (und der schlechte Kaffee!). Für den Winter träume ich von Saltsjöbaden! Vielleicht ist es zu fein für mich! Nun danke ich Dir für letztens! Grüße Frau Karin und sende ein Hurra von meinen Kindern (eigne und der Geschwister) an Deine! 10 April 1900
welche dort die Chefin für die Wohltätigkeit ist, hat hierher an Ellen Key (340) geschrieben, daß ich euch in Not gelassen und daß ihr auf die Wohlfahrt verwiesen wart. Ich hatte ja keinen Grund, zu glauben, es war unwahr, besonders, nachdem im vorigen Winter Graf Mörner mich verstehen ließ, man glaube allgemein, ihr seiet in ökonomischen Schwierigkeiten. Um mich vor ungerechten Beschuldigungen zu schützen, übergab ich die Angelegenheit dem Reichstagsmann Karl Staaff, der Advokat ist. (341) Dieser informierte mich darüber, daß meine Schuldigkeit, euch zu versorgen mit 15 resp. 18 Jahren aufhört. Das wußte ich vorher, aber ich, dem man alle Rechte über euch entzogen und nur Pflichten auferlegt hat, habe mich von anderen Motiven leiten lassen als den Buchstaben der Gesetze. Und ich habe euch gesagt, wenn ich kann, dann gebe ich euch. Wenn ich nicht kann, gebe ich nichts, vollkommen natürlich. Daß ich euch in den letzten Jahren soviel geben konnte, beruhte auf den Verkauf der Gesammelten Erzählungen; aber das ist geschehen und das wiederholt sich nicht für etliche Jahre. Karin sagt, ihr brauchtet 500 Mark im Monat. Gut! aber woher sollten die genommen werden? Ich besitze sie nicht, also müßt ihr versuchen, sie zu beschaffen! Karin will studieren. Ja, aber wenn man nicht vor dem einundzwanzigsten Jahre Student geworden ist, dann hat man weder Fleiß oder ungewöhnliche Anlagen gezeigt. Als ich mit 18 Jahren Student war, wollte ich das Examen ablegen, aber da ich arm war, mußte ich Volksschullehrer werden. Das Leben gibt nicht alles was man will und ich konnte nicht meinen armen Vater reicher machen. Das war unmöglich! Greta will Schauspielerin werden. In Finnland verdient sie ja nichts, deshalb erbot ich mich ihr im vorigen Sommer, ein Engagement hier zu beschaffen, mit dem sie sich versorgen könnte. Birger Mörner erzählte, daß Hans bestimmt Apotheker werden will. Mörner war bereit, Hans Anstellung in der Apotheke seines Vaters in Norrköping, mit Unterbringung und Kost, zu verschaffen; sowie Dispens vom Studentexamen zu suchen. Also gibt es Möglichkeiten für euch zu existieren. Warum sucht ihr nicht Arbeit, anstatt Bettelei vorzuziehen in so einem jungen Alter. Ich habe große Einkommen gehabt, aber muß Schulden bezahlen; besitze kein Heim und ende wahrscheinlich in der Wohlfahrt. Doch bin ich alt und habe mein ganzes Leben gearbeitet, meistens für andre; und war zweimal überanstrengt und deshalb krank! Macht euch darüber eure Gedanken! Und seht euch um an dem Scheideweg, wo es gilt zu wählen! Arbeit, die Unabhängigkeit zur Folge hat oder Bettelei mit Abhängigkeit und Schande. Wenn ich Geld bekomme, werde ich schicken! viel, wenn ich viel bekomme, wenig, falls ich wenig bekomme! [22.Juli 1900]
Theater. (342) Niemals gedruckt. Manuskript an unbekannten Ort, vielleicht weggekommen. Ich habe niemals Gelegenheitsstücke geschrieben. "I Rom" wurde doch mal in der KONGELIGE OPERA zu Thorvaldsens Geburtstag 1870 gespielt. "Fritänkaren" nicht vorhanden. Kann nur in der K[öniglichen] Bibliothek gelesen werden. (343) Ihr ![]() 19.November 1900
das, was ich auf der Generalprobe gesehen habe. (345) Es war groß und schön (Damaskus) obwohl ich mir die Figuren etwas heller dachte, mit kleinen Zügen der Schalkhaftigkeit und mehr Entwicklung. Etwas vom "Puck" (346) - das war mein erstes Wort an Sie! und das wird mein letztes sein! Ein Lächeln mitten im Elend deutet die Existenz einer Hoffnung an und die Situation zeigt sich ja nicht hoffnungslos! Und so: Viel Glück auf der Fahrt zwischen Dornen und Steinen! So ist der Weg! Ich lege nur einige Blumen auf ihn! ![]() Harriet
Bosse als Puck
in
Shakespeares Mittsommernachtstraum
im
Herbst 1900
22.November 1900
behalten, so sei so nett und spare sie für meinem Deutschen, (347) der sie benötigt! War es SVENSKA DAGBLADET und STOCKHOLMS TIDNING die lobten? (348) 22.November 1900
24.November 1900
daß ich bekomme! Besonders etwas Gutes von Fräulein Bosse, am liebsten im schwarzweißen Kostüm. Mein Deutscher (352) schreibt nämlich aus Berlin, daß das Stück auf Grund der Telegramme zur Aufführung kommen kann! Die Telegramme sollen sehr günstig sein. [15.Juli 1901]
mein Konto, wie auch Faust-Schwedenborg. (354) Lassen Sie mich wissen, wenn Sie zurück nach Charlottenburg ziehen! (355) Jetzt über Ihren Brief über Carl XII. Ja einen Charakter hatte ich gedacht, es zu nennen. "Nur Ein Karakter-Schilderung".Oder C. XII ein Catastrof-Drama. (356) Ja wohl! Lessing (357) möge gern "Ostern" spielen, aber eine Sonntagsmatinee, der Stimmung wegen. Gibt es eine Eleonora? [27.August 1901]
Sage ein einziges Wort! Über Deine Absichten,
so schnell Du Dir selbst darüber
klar bist. Ich kann kein Mittel finden, das Dich dazu bringt, zu mir zurück zu kehren, da ich nicht weiß, warum Du gegangen bist. (358) Aber wartest Du deinerseits auf ein Wort von mir, so brauche ich nicht zu sagen, daß dein Heim erwartend steht, genauso sauber, wie als Du fortgegangen bist; und daß Du in dein gelbes Zimmer, und in dein Grünes eintreten kannst, wann es Dir behagt, ohne mich zu sehen; daß Du deine Türen schließen kannst, daß Du sie öffnen kannst und mich rufen kannst, wann Du so willst, daß Du dich nicht explizieren mußt, und daß ich [ 16.November 1901]
Hochgeehrter Herr!
Seien Sie so gut und bestellen Sie Herrn Block, ich werde das Manuskript (359) in drei Tagen schicken, wegen alter Freundschaft. In Saltsjöbad sprach mit Geijerstam über die Affäre Levertin. Ich stellte fest: D. 21.Juli 1903
[ 2.August 1903]
Insekten geschrieben hat. Jetzt erst: Was kostet Goethes meist vollständige Auflage antiquarisch? Und dann: Ihr Deutschen, die alles wissen: Hat nicht in der Gegenwart irgend ein Gelehrter den hystolytischen Verlauf in der Puppe des Schmetterlings (und andere) geschildert und abgebildet? Ich meine nicht die Hauptverwandlungen der Larve, sondern das Hystolys in der Puppe der ganzen Larve? Kein Darwinist, kein Haeckel, hat dieses Universalproblem behandelt; Individuelles Leben, welches fortgeht nach dem Auflösen des Gewebes in einen Schleim; Das ist das Unsterblichkeitsproblem, die Unzerstörbarkeit der individuellen Energie; Auferstehung aus dem Tode, auch Auferstehung des Körpers! (364) [ 17.August 1903]
D 24Dec 1903
Deutschlands Erste Dichter zu huldigen - trotz verschiedenes! (365) Wir dienen nicht den selben Göttern und sprechen nicht die selbe Sprache! Aber was? Und so greife ich die Gelegenheit Dir meinen spätgekommenen aber aufrichtigen Dank zu sagen für Alles gutes Du mir gethan in meinen Jahren des Elends! Siehst Du, mein Freund, mit der damalige zoologische Welterklärung konnte ich nicht einmal ein milligram Dankbarkeit producieren; ein Zellenthier assimiliert nur, empfängt nichts, und kann deswegen nicht Dank sagen. Jetzt kann ich! Beklage mich nicht!
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